Medizinische Ursachen beim Mann

Die häufigste Störung der männlichen Fruchtbarkeit ist die unzureichende Produktion normaler, gut beweglicher Spermien in den Hodenkanälen.

 

Störungen der Spermienreifung

Von normaler Qualität männlichen Samens spricht man, wenn die Zahl der Spermien über 20 Millionen pro Milliliter Sperma liegt. Davon sollten 30 Prozent normal geformt und 50 Prozent gut beweglich sein. Werden diese Werte nicht erreicht, ist die Zeugungsfähigkeit des Mannes eingeschränkt. Allerdings kann auch bei normalem Spermienbefund eine funktionelle Störung das Eindringen des Spermiums in die Eizelle verhindern.


Die Störung der Spermienreifung kann Folge einer Hodenbeteiligung bei einer Mumps-Infektion im Kindesalter sein. Auch Krampfadern am Hoden (Varikozele) können zu einer schlechten Spermienqualität führen. Weitere Ursachen sind Hormonstörungen, Stress, Medikamente, Umweltbelastungen, Erkrankungen (zum Beispiel Diabetes), ein Hodenhochstand, operierte Tumore, vorausgegangene Bestrahlung oder Chemotherapie, angeborene Ursachen, wie z.B. eine Schädigung der Erbanlagen (Chromosomenanomalie) oder „idiopathisch“ (ohne erkennbare Ursachen). Auch akute Infektionen können die Qualität des Spermas vorübergehend einschränken.

 


Samenbefunde

Störungen des Spermientransports

In vier Prozent der Fälle werden zwar ausreichend Samen gebildet, sie können aber, weil die Samenleiter blockiert sind, bei dem Samenerguss nicht in den Körper der Frau gelangen. Diese Situation ist in etwa mit dem Eileiterverschluss bei der Frau vergleichbar. Ursachen können eine vorausgegangene Sterilisation (Vasektomie) oder unterentwickelte oder verklebte Nebenhodengänge sein. Zu verklebten Nebenhodengängen kommt es zum Beispiel in der Folge von Entzündungen.


Weitere mögliche Komplikationen

  • Keine Bildung von Samenzellen im Hoden
    („Sertoli cell only Syndrom“)
  • Sonstige Erkrankungen (z.B: Ejakulationsstörungen nach Querschnittslähmungen..)